Das richtige Werkzeug in der Hobbywerkstatt: was wird benötigt?

Die Fahrzeuge werden heute scheinbar immer komplizierter: durch die ganze Elektronik, so die Annahme vieler Autofahrer, sei ohnehin nur noch die Fachwerkstatt in der Lage, eine sachgemäße Reparatur durchzuführen.

Für viele Baugruppen ist diese Annahme nicht falsch, bei einfachen Wartungsarbeiten, Auspuff und einigen Fahrwerksteilen kann aber durchaus noch selbst Hand angelegt werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass neben dem Know-how auch das nötige Equipment vorhanden ist.

Wartungsarbeiten einfach selbst durchführen

Auch für ein heutiges Fahrzeug gilt, dass ein umfangreicher Steckschlüsselsatz mit Größen von 8 bis 32 unverzichtbar ist. Komplettiert wird dieser Ausstattung durch einen Satz Gabel-Ringschlüssel, Torx-, Schlitz- und Kreuzschraubendrehern.

Bild: Pixabay, RyanMcGuire

Tipp: Für Reparaturen an ihrem Fahrzeug mit Profis Rücksprache halten
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Eine solide Rohrzange darf ebenso wenig fehlen wie eine Kombizange und ein Seitenschneider. Ein Zündkerzenschlüssel sowie möglicherweise eine spezielle Zange zum Abziehen der Zündkerzenstecker sollte zusätzlich vorhanden sein; Betriebsmittel wie Altöl müssen in einem entsprechend ölfesten Behälter aufgefangen werden.

Derart ausgestattet, können bereits viele Arbeiten selbst vorgenommen werden: angefangen vom Ölwechsel über den Austausch des Öl- und Luftfilters bis hin zu den Zündkerzen lassen sich bei den meisten Fahrzeugen viele Wartungsarbeiten übernehmen.

Arbeiten unter dem Auto: Hebebühne hilfreich

In Verbindung mit einem Wagenheber lassen sich auch Arbeiten unter dem Fahrzeug ausführen. Für den Wechsel der Abgasanlage fehlt hier zwar zumeist der Platz, eine Hebebühne oder Grube erlaubt komfortables Arbeiten. Denkbar ist es aber beispielsweise, die Radlager zu tauschen, indem die komplette Radnabe gewechselt wird. Die Nabe ist jeweils nur geschraubt. Sofern kein großes Korrosionsproblem vorherrscht, kann sie nach dem Lösen der Schrauben und einigen Schlägen mit dem ebenso unentbehrlichen Hammer gelöst werden.

Auch Arbeiten an den Bremsen sind – sofern auch hier das nötige Fachwissen vorhanden ist – problemlos machbar. Die Bremsscheiben sind ohnehin nur angeschraubt, die Beläge werden letztlich nur eingehängt. Die Elektronik moderner Fahrzeuge muss dabei nicht immer nur ein Fluch sein, manchmal kann die Fehlersuche auch vereinfacht werden. Systeme zur Onboard-Diagnose können die Fehlersuche erleichtern, der Austausch der Bauteile ist zumeist das geringere Problem.

Beim Kauf der Werkzeuge zahlte sich grundsätzlich aus, auf Qualität zu setzen. Als Laie ist es schwierig, hochwertiges von minderwertigem Wechsel unterscheiden. Gute Zangen schließen präzise, eine Knarre ansprechender Qualität sollte fein verzahnt sein und wenig Spiel im Antrieb aufweisen und Schraubendreher sollten über eine gehärtete Spitze verfügen. Im Zweifel gibt der Preis Auskunft über die Qualität – gutes Werkzeug gibt es leider nicht im Sonderangebot.

Werkzeug richtig lagern

Darüber hinaus sollten natürlich auch die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um eine Reparatur in der eigenen Hobbygarage zu ermöglichen. Neben einer ausreichenden Beleuchtung zählen hierzu beispielsweise auch eine Heizung sowie die Möglichkeit, das Werkzeug entsprechend unterzubringen.

Bewährt hat sich in diesem Zusammenhang die Anschaffung eines Werkstattwagens, mit denen sich das Handwerkzeug direkt zum Fahrzeug schieben lässt. Außerdem wird verhindert, dass die Werkzeuge auf dem Boden herum liegen und durch die Feuchtigkeit Schaden nehmen. Nicht zu unterschätzen ist auch das Thema Stolperfallen. Eine adäquate Unterbringung der Werkzeuge kann dabei helfen, gefährliche Arbeitsunfälle zu verhindern.

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