Legales Tuning – Worauf achten?

Das Tuning von Autos entwickelt sich seit einigen Jahren von einem Steckenpferd für Autonarren zu einem salonfähigen Weg, das eigene Auto zu veredeln. Der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO §19 II, III) zufolge bedeutet Tuning jede mechanische oder elektronische Veränderung, die die Motorleistung oder weitere Fahreigenschaften des Autos optimieren soll oder die optische und akustische Aufmachung umgestaltet.

Gesetzliche Grundlagen in Deutschland

Gleichwohl ist nicht alles erlaubt, was ein Auto gegenüber dem Serienzustand aufwertet. Jede Tuningmaßnahme bedarf einer gültigen Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE), um legal zu sein. Grundsätzlich darf alles am Auto verändert werden, was die Betriebssicherheit nicht beeinträchtigt.

Jede Änderung am Fahrzeug, die Einfluss auf die Betriebssicherheit hat, bedarf einer technische Abnahme beim TÜV und muss in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden. Alle legalen Tuningmaßnahmen sind deshalb zumeist mit einer Allgemeinen Betriebserlaubnis, einer ECE- bzw. EG-Genehmigung, einem Teilgutachten sowie einer allgemeinen Bauartgenehmigung versehen. Diese Nachweise belegen, dass die betreffenden Veränderungen am Auto einem Gutachter vorgeführt und abgenommen wurden.

Saint Petersburg, Russia - May 25, 2013: Tuned pickup truck Dodge Ram in the city street. Stockfoto-ID: 303383653 Copyright: Artzzz

Saint Petersburg, Russia – May 25, 2013: Tuned pickup truck Dodge Ram in the city street.
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Spielarten des Tunings

Somit bleibt immer noch eine Vielzahl an Möglichkeiten, den eigenen Wagen aufzuwerten ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. Das Angebot legalen Tunings hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Seriöse Anbieter für das Auto-Tuning liefern Tuning-Produkte mit den erforderlichen Gutachten bzw. Genehmigungen, so dass die Veredelung des eigenen Fahrzeugs kein gesetzliches Risiko in sich birgt. Man kann das Auto-Tuning in fünf Gruppen einteilen: Räder und Reifen, die Auspuffanlage, das Fahrwerk, Spoiler und das Motortuning.

Räder und Reifen

Die beliebteste und häufigste Veredelung des Autos betrifft die Räder und die Reifen. In aller Regel wird die Serienbereifung gegen breitere und flachere Reifen ausgetauscht. Grundsätzlich dürfen solche Reifen aufgezogen werden, die für größere Gewichtsbelastung sowie höhere Geschwindigkeiten zugelassen sind als in den Fahrzeugpapieren als Untergrenze vorgeschrieben ist. Nun werden in aller Regel nicht allein die Reifen ausgetauscht, sondern auch die Felgen.

Hier besteht die Wahl zwischen Leichtmetallfelgen und Stahlfelgen. Der Vorteil von Leichtmetallfelgen ist neben der ansprechenden Optik eine Verringerung der ungefederten Massen des Autos, was sich sowohl auf den Fahrkomfort als auch auf das Fahrverhalten positiv auswirken kann.

Die Auspuffanlage

Die meisten Autofahrer greifen vornehmlich aufgrund der sportlichen Optik und dem voluminösen Klang zu einer neuen Auspuffanlage, wie z.B. bei Hild Tuning zu finden. Darüber hinaus kann die Auspuffanlage auch eine Leistungssteigerung bewirken. Hier ist ein Spielraum von bis zu 10 Prozent möglich, wie manche Hersteller garantieren. Geht es nur um die Optik, genügt das Nachrüsten einer Endrohrblende. Will man auch einen besseren Klang haben, kommt man um einen Nachrüst-Endschalldämpfer nicht herum. Eine merkliche Leistungssteigerung bringt eine Nachrüst-Auspuffanlage nur dann, wenn die komplette Auspuffanlage gegen eine neu konstruierte Anlage ausgetauscht wird, die den Abgasgegendruck gegen den Auslasstrakt des Motors mindert.

Das Fahrwerk

Beim Fahrwerk-Tuning werden die serienmäßigen Federn und Stoßdämpfer ausgetauscht. Der Zweck besteht darin, die Stabilität des Autos auf der Straße zu optimieren. Kürzere Federn und festere Stoßdämpfer verringern die Neigung der Karosserie und erlauben höhere Kurvengeschwindigkeiten. Bei einer einfachen Tieferlegung werden nur kürzere Federn am Fahrzeug montiert. Die Serienstoßdämpfer werden nicht ausgewechselt.

Spoiler

Spoiler sorgen dafür, dass das Fahrzeug bei hohen Geschwindigkeiten über eine bessere Bodenhaftung verfügt. So können Kurven schneller und besser durchfahren werden. Bremsweg und Fahrstabilität verbessern sich ebenfalls. Zumeist dient der Spoiler jedoch bloß der Optik des Fahrzeugs. Man unterscheidet vier Arten von Spoilern: Heckspoiler, Frontspoiler, Seitenspoiler und Radspoiler. Grundsätzlich sind alle Spoiler eintragungspflichtig.

Motortuning

Motortuning bedeutet mehr Motorleistung. Im klassischen Motortuning werden Ansaugtrakt, Nockenwelle, Vergaser oder Einspritzung modifiziert. Seit die elektronische Steuerung der Motoren in den Fahrzeugbau Einzug gehalten hat, gibt es die Möglichkeit des sogenannten Chiptunings. Beim Chiptuning wird die Leistung des Motors mit Hilfe einer geänderten Software, die auf das Steuergerät aufgespielt wird, erhöht. Die Software bewirkt eine Änderung des Kennfeldes für Zündung und Kraftstoffversorgung.

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