Medizinisch-Psychologische Untersuchung – MPU – Idiotentest Fragen

Alle wichtigen Informationen zur MPU im Überblick

Die im allgemeinen Sprachgebrauch als Idiotentest bekannte Medizinisch-Psychologische-Untersuchung (MPU) wird von Behörden angeordnet, wenn einem Verkehrsteilnehmer der Führerschein entzogen wurde. Um den Führerschein wiederzuerlangen, muss die MPU daher bestanden werden.

Wer muss einen MPU Test machen?

>> Idiotentest: Wie bestehe ich die MPU und bekomme den Führerschein zurück? || PULS Reportage

Ein MPU Test wird dann angeordnet, wenn ein Fahrer wiederholt unter Alkoholeinfluss hinterm Steuer saß oder mit mehr als 1,6 Promille erwischt wurde. Auch das Fahren unter Drogeneinfluss oder ein Fahreignungsregister mit acht und mehr Punkten können zur MPU führen.

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Wichtig: Vorab zum Thema MPU informieren
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Zudem ist eine erhebliche Straftat im Straßenverkehr oder ein Aggressionspotential Grund für die MPU.
Wurde bei Ihnen eine MPU angeordnet, müssen Sie das Gutachten bei der Begutachtungsstelle beantragen und die ausgewählte Begutachtungsstelle der Führerscheinstelle mitteilen. Achten Sie bei der Auswahl der Begutachtungsstelle darauf, dass diese amtlich anerkannt ist. Die Führerscheinstelle übersendet der Begutachtungsstelle Ihre Führerscheinakte und die konkrete Fragestellung, die das Gutachten beantworten soll. Bei dieser Fragestellung handelt es sich zum Beispiel darum, ob die Wahrscheinlichkeit besteht, dass das Vergehen erneut begangen wird.

Im Fragebogen, den Sie bei der Auftragserteilung ausfüllen, müssen Sie außerdem angeben, an wen das Gutachten geschickt werden soll. Da nicht vorhergesehen werden kann, ob die MPU bestanden wird, empfiehlt es sich, das Gutachten nicht direkt an die Führerscheinstelle zu schicken. Diese kann den negativen Test als Grund ansehen, Ihnen den Führerschein nicht zurückzugeben. Lassen Sie das Gutachten daher am Besten zu sich nach Hause senden.

Tipps zum Thema MPU Test gibt es im Artikel auf https://www.sixx.at/redstyle/diy-do-it-yourself/mpu-ratgeber-die-besten-tipps-um-zu-bestehen zum Nachlesen.

Was kostet die MPU?

Die Kosten für die MPU variieren je nach Delikt und Umfang des Testes. Seit August 2018 können Begutachtungsstellen die Kosten für das Gutachten darüber hinaus selbst festlegen, wodurch eine genaue Angabe der Kosten nicht möglich ist. Informieren Sie sich daher bei verschiedenen Begutachtungsstellen in Ihrer Umgebung über die anfallenden Kosten.

Durchschnittlich müssen mindestens 450 Euro für das Gutachten gezahlt werden. Dazu kommen bei Alkohol- oder Drogendelikten auch Urin- oder Blutuntersuchungen. Ein Urinscreening kann zwischen 50 und 150 Euro kosten. Eine Haaranalyse sogar 150 bis 350 Euro. Ein Urintest kann dabei vier Mal in sechs Monaten oder sechs Mal in einem Jahr durchgeführt werden. Eine Haaranalyse nur ein Mal. Kosten für die Vorbereitung auf die MPU können je nach Maßnahme ebenfalls zwischen 150 und 300 Euro kosten.

Quelle: https://www.vexcash.com/blog/mpu-kosten/

Vorbereitung auf die MPU

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie sich auf die MPU vorbereiten können. Zur Auswahl stehen Informationsabende, Gespräche mit einem Psychologen und Gruppenkurse.
Die Informationsabende werden kostenlos von anerkannten Beratungsstellen durchgeführt und geben allgemeine Informationen sowie über den Ablauf der MPU.

Ein Gespräch beim Psychologen kann Ihnen helfen, sich besonders auf die psychologische Untersuchung der MPU vorzubereiten. Er kann zum Beispiel die Ursachen für Ihr Alkohol- oder Drogendelikt mit Ihnen klären und Sie dabei unterstützen, in der psychologischen Untersuchung die Fragen richtig zu beantworten. Dabei sollten Sie beachten, dass es wichtig ist, die MPU als eine Chance anzusehen und die Fragen ehrlich zu beantworten. Die Psychologen sind geschult und erkennen es, wenn Sie lügen. Setzen Sie sich wirklich mit Ihrem Vergehen und den Folgen sowie den Ursachen des Vergehens auseinander.

Eine Sitzung beim Psychologen müssen Sie selbst bezahlen. Die Kosten hierfür können 100 Euro betragen. Wie viele Sitzungen Sie schlussendlich benötigen, muss individuell abgeklärt werden.
Auch ein Gruppenkurs kann sehr hilfreich bei der Vorbereitung sein. Hierbei gibt es verschiedene Varianten, wie Grund- oder Basiskurse, die mit Aufbau- und Intensivkursen kombiniert werden können. Welche Kurse für Sie in Frage kommen, hängt unter anderem von Ihrem Vergehen ab Informieren Sie sich im Vorhinein über die unterschiedlichen Kursangebote.

Ablauf der MPU

Anfangs müssen Sie einen Fragebogen ausfüllen. In diesem Fragebogen beantworten Sie Fragen zu Ihrem Lebenslauf, Gesundheit, wenn ein Alkohol- oder Drogendelikt begangen wurde ebenfalls Fragen zum Thema Alkohol oder Drogen und dem Fahren unter dessen Einfluss. (Dauer: ca. 30 Minuten)

Im Anschluss findet ein Leistungstest statt, der Ihre Wahrnehmung, Konzentration sowie Reaktion testet. Der Leistungstest findet am Computer statt. Hierzu werden jedoch keine Computerkenntnisse benötigt. Bevor der Test anfängt haben Sie eine Übungsphase, um sich einzugewöhnen und eine Aufsichtsperson steht jederzeit für Fragen zur Verfügung. (Dauer: ca. 30 Minuten)

Nach dem Leistungstest folgt die medizinische Untersuchung. Hier wird Ihre körperliche Verfassung eingeschätzt. Besonders Ihre Nerven, Reflexe sowie Herz und Kreislauf werden hierbei untersucht. Bei Alkoholmissbrauch wird zudem die Leber durch eine Blutuntersuchung angeschaut. Bei Drogenmissbrauch werden Sie durch eine Blutuntersuchung und ein Urinscreening auf Drogen getestet. (Dauer: ca. 10 bis 20 Minuten)

In dem darauffolgenden psychologischen Gespräch werden Ihre gegenwärtige Situation und persönliche Entwicklung besprochen. In dem knapp einstündigen Gespräch reden Sie über Ihre Erfahrungen, Veränderungen und Vorsätze. Zudem werden hier Themen wie der Lebenslauf, familiäre Verhältnisse und berufliche Perspektiven besprochen. Natürlich geht es auch um den Grund der Fahrauffälligkeit und die Konsequenzen, die Sie aus dem Fehlverhalten gezogen haben. (Dauer: ca. 1 Stunde)

Details zum Ablauf der MPU bietet auch der ADAC im Ratgeber auf https://www.adac.de/verkehr/rund-um-den-fuehrerschein/mpu/ablauf/ zum Nachlesen.

Das Ergebnis Ihrer MPU erhalten Sie innerhalb von zwei Wochen.

Welche Fragen werden in der MPU gestellt

Um Ihnen einen kleinen Einblick zu geben, was Sie in der MPU erwartet, stellen wir Ihnen hier ein paar Fragen vor, die in der MPU gestellt werden könnten.

Welche Maßnahmen haben Sie geplant, um nicht rückfällig zu werden?
Eine Sucht abzulegen ist schwierig. Häufig kommt es zu Rückfällen. Zeigen Sie, dass Sie sich darüber bewusst sind und darauf vorbereitet sind.

Wann haben Sie Ihren Führerschein bekommen?
Diese Frage soll einen Einblick geben, ob sie Sich ausreichend mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Vermeiden Sie es daher, zu lange darüber nachdenken zu müssen.

Seit wann nehmen Sie Drogen?
Seien sie ehrlich. Die Psychologen sind geschult und erkennen ob Sie lügen. Versuchen Sie also nicht Ihre Drogengeschichte zu verkürzen.

Ist es Ihnen einfach gefallen, die Einnahme von Drogen zu beenden?
Eine Sucht abzulegen ist für niemanden leicht. Ein zu energisches Nein wirkt wie eine Lüge und zeigt, dass sie sich nicht genügen mit dem Thema auseinandergesetzt haben.

Wie Sie merken, ist es sehr wichtig, dass Sie bei der Wahrheit bleiben. Zeigen Sie, dass Sie sich mit Ihren Problemen auseinandergesetzt haben und die Konsequenzen daraus gezogen haben. Der Psychologe muss erkennen, dass Sie Ihr Fehlverhalten eingesehen haben und Ihr Vergehen nicht erneut begehen werden.

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